Alte Donau – Hunderte Baggerschaufeln für mehr Natur!
Es gibt Momente in meiner Tätigkeit als Präsident der ÖFG, die mich persönlich sehr berühren. Zum Beispiel wenn es uns gemeinsam gelungen ist, einem Gewässer ein Stück seiner Ursprünglichkeit zurückzugeben.
Naturnahe Uferstrukturen sind an der Alten Donau Mangelhabitate. Das bedeutet, diese sind nur an ganz wenigen Uferabschnitten anzutreffen. Trotz dieses dicht verbauten Lebensraumes und einer Wasserfläche, die insbesondere in den Sommermonaten kaum Stunden der Ruhe kennt, bekommen wir Angler eine Vielzahl bedrohter Tierarten, die die Öffentlichkeit hier nicht vermuten würde, zu Gesicht. Dazu gehören neben einem überdurchschnittlich guten Fischbestand auch eine Vielzahl von Wasservögeln, weiters der Biber, der seltene Eisvogel und die extrem scheue Rohrdommel.
Vor rund vier Jahren erkannte ich als Betreuer der Alten Donau die Möglichkeit, Landflächen, die zum Gänsehäufel gehören und in den dortigen Freizeitbetrieb augenscheinlich nicht eingebunden waren, durch relativ geringe Eingriffe für Fische und die wassergebundene Tierwelt besser nutzbar machen zu können.
Mit einem Beschluss des Vorstandes wurden die nötigen finanziellen Mittel genehmigt und DI Martin Mühlbauer von Büro EZB mit einer Projektstudie hierzu beauftragt. Dabei wurden zwei Landflächen im Gänsehäufel ausgewiesen, in denen Flachwasserzonen und Amphibientümpel in die dortige Uferlandschaft integriert werden können. Mit Fertigstellung dieser Studie wurde dieser Wunsch an die jeweiligen Leiter der zuständigen Magistratsabteilungen der Stadt Wien in den Räumen der Gesellschaft herangetragen und fanden allgemeinen Zuspruch.
Nach einer durch die Stadt Wien veranlassten geringfügigen Überarbeitung und der Einholung der notwendigen wasserrechtlichen Genehmigungen sind seit einigen Tagen die hierfür notwendigen Arbeiten angelaufen.
Unter der umsichtigen Führung der MA45, Leiter Mag. Gerald Loew und Dr. Thomas Ofenböck, sowie den Mitarbeitern des WGM (Wiener Gewässermanagement) werden Baumaschinen eingesetzt, die nicht zerstören, sondern ein Stück naturnahe Uferlandschaft schaffen.
Als der verantwortliche Revierleiter und Präsident der ÖFG sage ich all jenen, die zur Verwirklichung dieses Vorhabens beigetragen haben, herzlichen Dank. Ein dichteres Auftreten gefährdeter Tierarten sollte in den renaturierten Gewässerabschnitten nicht lange auf sich warten lassen.
Mit einem Abschluss der Bauarbeiten ist in rund einem Monat zu rechnen.
Franz Kiwek
Präsident















