Unser Freund und Vereinsmitglied Ing. Franz Gibler ist unerwartet verstorben!

Wie soll man eine über Jahrzehnte dauernde Freundschaft in wenige Zeilen zusammenfassen? Alles, was in den Tagen des Abschieds erzählt oder niedergeschrieben wird, kann die Erlebnisse und die vielen Stunden der Gemeinsamkeit nur unzulänglich wiedergeben.

Franz Gibler hat ein hohes Alter in außergewöhnlich guter Gesundheit und geistiger Frische erreicht. Er war ein liebenswerter, vielseitig interessierter, reisefreudiger, kulturell gebildeter, außergewöhnlicher Mensch, der es verstanden hat, Brücken zu bauen. Für viele von uns war er ein langjähriger verlässlicher Freund und Ratgeber. Einzigartig war seine Begabung für den Nächsten da zu sein, Verständnis zu zeigen, Hilfe anzubieten, ohne die eigene Position in der Sache aufzugeben.

Mit den Kräften der Natur fühlte er sich besonders eng verbunden. Die ihm angeborene Fähigkeit der Strahlenfühligkeit, eines vernetzten Zusammenspiels unbewusster Wahrnehmungen auf einer körperlichen, geistigen und seelischen Ebene, hat er im Laufe seines Lebens zu einer nutzbringenden Fertigkeit weiterentwickelt. Kaum ein Kraftplatz in Niederösterreich, den er nicht persönlich besucht hatte. In der Naturheilkunde war er sehr belesen, der heute praktizierten Schulmedizin stand er oft kritisch gegenüber.

Mit den Theorien des Naturforschers Viktor Schauberger war der Verstorbene bestens vertraut. So ist es nicht verwunderlich, dass er bei der Pflege der Fischbrut stets auch dem Rätsel des fließenden Wassers auf der Spur war. Das Lebenselixier, sein „persönliches“ Wasser, holte er über viele Jahre von der Schwarza bei Kaiserbrunn. Aus der Quelle selben Namens nahm er sich das Trinkwasser im Kanister mit nach Hause.

Dort, wo er als Funktionär eines Vereines für ein Gewässer verantwortlich war wie an der Schwarza, an der Piesting oder an einem kleinen Ausstand in der Lobau namens Herrenhäufel, war die Lebenswelt bestens behütet und betreut.

Sein reiches fischereiliches Fachwissen gab er seit vielen Jahren als Vortragender bei den Fischerkursen des FRV II und bei der ÖFG weiter. Mehr als tausend Kursteilnehmer ließ er so an seinem reichen Erfahrungsschatz teilhaben.

Über Jahrzehnte pflegte er seine Anglerfreundschaften und fischte regelmäßig in den Revieren der Gesellschaft. Für Schönheiten in der Landschaft und stimmungsvolle Wolkenbilder war er sehr empfänglich, kapitale Fische waren nicht sein vorrangiges Begehren. Dafür freute er sich über Schulen von Jungfischen, über volle Krebsreusen, Karpfen, Hechte und Zander in Küchengröße sowie über Forellen und Äschen, die mit der Trockenfliege zu überlisten waren. Eile am Fischwasser kannte er in den letzten Jahren nicht. Stets musste für eine gute Tasse heißen Kaffee Zeit sein. Dazu wurde oftmals eine bequeme Campinggarnitur am Ufer des Gewässers aufgestellt. Hatte unser Freund seine beiden Küchenfische bereits erbeutet, konnte eine dieser Kaffeepausen auch mit einem kleinen Schläfchen seine Fortsetzung finden. Wir haben diese stille, feine Art des Fischens sehr gemocht. Sie war tatsächlich „eines nachdenklichen Mannes Erholung“.

Bis in seine letzten Tage waren seine Neugierde an allem Lebendigen und seine Freude am Reisen ungebrochen. In den angeschlossenen Bildern sind Momente eines erfüllten Lebens eingefangen.

Unter dem Schmerz des Abschieds lächeln deine Freunde und gedenken in großer Dankbarkeit der vergangenen Jahrzehnte, in denen wir gemeinsam in vielen Fischereirevieren unsere Leinen ausgeworfen haben. Petri Dank, dass Du unser Freund gewesen bist. Wir behalten Erinnerungen an tolle Reisen, an Abende in gemütlicher Runde voller Lebensfreude. Unser Mitgefühl gilt deinen Angehörigen.

Es wird lange dauern bis wir den Schmerz des Abschieds überwunden haben.