Ken Middlemist, the last Salmondresser Hardy Salmonfly`s in Wien!

 

In Einvernehmen mit den Veranstaltern der „Erlebniswelt Fliegenfischen“, Michaela und Robert Stroh, sprach der Präsident der ÖFG, Franz Kiwek, im Namen des Vorstandes der ÖFG eine Einladung an Ken Middlemist und seine Gattin Barbara für einen dreitägigen Aufenthalt in Wien aus.

Es war für die Mitglieder der ÖFG, die sich mit der feinen Art der Fliegenfischerei eng verbunden fühlen, sicher ein besonderer Augenblick, als Ken Middlemist in den Räumen der Gesellschaft einen speziell gewachsten Bindefaden über den Schenkel eines Lachsfliegenhakens zu wickeln begann. Ken ist der letzte noch lebende Zeuge einer historisch gewachsenen Fliegenbindekultur der Firma Hardy, welche den Kampf um Kunden gegen eine billig hergestellte Massenproduktion von Fliegenmustern in Afrika schon vor Jahrzehnten verloren hat.

Um als ausgelernter „Lachsfliegen-Ankleider“  bei Hardy arbeiten zu können, waren fünf Lehrjahre notwendig. Fliegen, die im ersten Lehrjahr durch die Lehrlinge gebunden worden sind, gelangten nicht in den Verkauf, sondern mussten wieder vernichtet werden.

Über viele Jahrzehnte, bis in die sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, ist das „Ankleiden von Lachsfliegen“ wie das Binden dieser Muster genannt wurde, nur mit der Hand, ohne die Verwendung eines Bindestockes erlernt und durchgeführt worden. In den besten Jahren beschäftigte Hardy bis zu sechzig Mitarbeiter, die dieses Kunsthandwerk erlernten und ausübten. Ausgebildet wurde Ken vom legendären Fliegenbinder Tom Wetherett, der im Jahre 1927 als Lehrling bei Hardy zu arbeiten begonnen hatte

Die Herstellung der Lachsfliegen war eine Vertrauens- und Glaubenssache. So konnte Wetherett, der berühmteste Lachsfliegenbinder der Firma Hardy, zahlreiche Mitglieder der europäischen Königshäuser zu seinen Kunden zählen.

Lachsfliegensammlungen wie „The Roxburg Fly Carbinet“, eine Zusammenstellung von klassischen Fliegenmustern in einer mit entsprechenden Laden ausgeführten Schatulle aus Holz, erzielen heute bei  Auktionen Höchstpreise.

Ken Middlemist zählt als letzter lebender Angehöriger seiner Zunft bei vielen traditionsbewussten Lachsfischern zu den besten Lachsfliegen-Bindern der Welt. Seine handgefertigten Muster werden von Liebhabern rund um den Erdball noch immer erworben und mit entsprechender Zuneigung als Kulturgut hoch geschätzt.

Einen lebendigen Eindruck zur Geschichte der Firma Hardy kann der historisch interessierte Fliegenfischer aus dem Film „The lost world of Mr Hardy“ gewinnen.

Mit Ken Middlemist zu sprechen, persönliches aus seinem erlebnisreichen Leben als Fliegenfischer zu erfahren und ihm manches Geheimnis der Bindekunst zu entlocken bereicherte unsere Erfahrung als Fliegenfischer ungemein.

Betreut von Präsident Franz Kiwek, unterstützt von Hans Nischkauer und Wolfgang Tambour, konnten wir Ken und Barbara bei ihren Aufenthalt in Wien ein wenig der Wiener Tradition näherbringen – und die ÖFG hat mit Ken und Barbara wunderbare Freunde gewonnen.

Danke an Walter Hann der diesen historischen Binde-Abend bildlich dokumentiert hat.

 

 

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