200. Geburtstag von Thomas Dubisch

Die Österreichische Fischereigesellschaft gegr.1880 erinnert an Thomas Dubisch!

Es gibt kein Bild von Thomas Dubisch und auch keine persönlichen schriftlichen Aufzeichnungen. Trotzdem war er eines jener Mitglieder des seinerzeitigen Österreichischen Fischereivereines, an den wir uns mit großer Dankbarkeit und Bewunderung erinnern. So groß der Ruhm ist, den Dubisch sich erworben hat, so einfach und bescheiden war der Mann selbst, dem die Fischzucht so viel verdankt. Er konnte weder lesen noch schreiben, aber ein klarer Geist und eine außergewöhnliche Beobachtungsgabe, gepaart mit einem unbändigen Schaffensdrang und einer besonderen Liebe zu den stillen Bewohnern der Gewässer, ermöglichten diesem Manne die Fischzucht, insbesondere die Karpfenzucht in einem solchen Maße zu heben, dass sich der Ertrag in den von ihm bewirtschafteten Gütern  um das Achtfache steigerte.

Thomas Dubisch wurde in Jahre 1813 in der Nähe von Marchegg geboren. Er war bereits in jungen Jahren Fischer und begann in Wien mit der Zucht von Blutegeln, die für Heilzwecke Verwendung fanden. Von 1861 bis 1864 leitete er mit großem Erfolg die Forellenzucht des Barons Geymüller, nächst Traismauer, heute Fischzucht Haimel. Sein Erfolgsrezept: „Lebendfutter“ für die Jungfische.

Europaweite Anerkennung wurde Dubisch mit seinem Verfahren zur Vermehrung der Karpfenbrut zuteil. Er verwendete als Laichplätze kleine Teiche in sonniger Lage, die großteils des Jahres trocken lagen. Er bewässerte sie je nach Witterung meistens Mitte Mai, setzte in diese immer einen Rogner und zwei Milchner, die gewöhnlich bald ablaichten. Nachdem die Mutterfische aus den “Dubisch-Teichen“ entfernt worden waren, entwickelten sich die Eier und in Folge die schwimmfähige Brut prächtig. Bis sie zum einsömmerigen Karpfen heranwuchsen wurden sie mehrmals umgesetzt.

Rittergutsbesitzer Max von dem Borne nannte in seinen zahlreichen Büchern Dubisch einen seiner Lehrmeister und scheute nicht die Mühe diesen, welcher als Teichwirt auf dem Gute des Erzherzog Albrecht tätig war, in Schlesien persönlich zu besuchen.

Kaiser Franz Josef I verlieh am 8. Februar 1888 Thomas Dubisch für seine Verdienste das „Goldene Verdienstkreuz“. Leider konnte er sich an dieser Auszeichnung, die sein höchster Stolz gewesen war, nicht lange erfreuen. Er verstarb im Dezember 1888, fünfundsiebzigjährig, an einer chronischen Nierenentzündung in Wien.

Anlässlich seines 200sten Geburtstages gab die Österreichische Fischereigesellschaft gegr.1880 eine Tafelbild in Auftrag. Angefertigt wurde dieses von der im Waldviertel beheimateten Malerin Katharina Herzog.  So wollen wir in den Räumen der Gesellschaft die Erinnerung an Thomas Dubisch  wachhalten.